Wenn das Spiel eine Sekunde länger dauert
Fangen wir ausnahmsweise mal statt am Anfang einfach mal genau eine Sekunde nach der Schlusssirene an. Unsere Torhüterin Kim Geßner brachte 60 lange Minuten die Glauchau-Meeraner Spielerinnen schier zur Verzweiflung und während die Schlusssirene ihre letzten Noten in die Halle posaunte, flog der Ball hoch über ihren Kopf in Richtung Tor. Das Spiel war aus und das gerechte Unentschieden erreicht – oder doch nicht? Das junge Schiedsrichtergespann sah die ganze Situation leider komplett anders und den Ball statt deutlich vor der Linie mit Argusaugen und Lupe einen Mikromillimeter hinter der Linie und schenkte damit Glauchau-Meerane den Sieg. Dass die Atmosphäre von den Rängen in der Halle während der Halbzeitpause und einer wohlverdienten 10:8-Führung für unsere Mädels wenig schiedsrichterfreundlich war, tat deren Nervenkostüm in der hektischen Schlussphase sicherlich auch keinen Gefallen. Egal wie, schlussendlich steht das 17:18 nunmehr in den Büchern oder in der Tabelle.
Die Optimisten sagen ja immer, dass sich Glück und Pech letztlich über die gesamte Saison hin ausgleichen. Wir haben also definitiv einen gut!
Eine Spielerin freute sich heute ganz besonders auf das Match. Anne König kehrte nach fast 11-monatiger Verletzungspause zurück und belohnte sich gleich mit einem erfolgreich verwandelten Siebenmeter und einem sehenswerten Tor aus scheinbar unmöglichem Winkel. Da hat sich die ganze Plackerei in der Reha und ihr Durchhaltevermögen im Training voll ausgezahlt. Es war eine Freude sie wieder auf der Platte zu erleben und das gesamte Team freute sich mit ihr. Eine weitere Premiere gelang auch unserer Anissa Lenk, die ihren ersten Treffer der Saison aus dem Spiel heraus erzielte. Sie wusste gar nicht so richtig wohin mit ihren Gefühlen und ihr Urschrei müsste noch in den 25 Kilometer entfernten heimischen Gefilden hörbar gewesen sein. Der Handball schafft es also immer wieder wunderschöne Emotionen zu kreieren.
Mit genau dieser Begeisterung gingen unsere Frauen heute durch die komplette Spielzeit. Sie unterbanden die schnellen Gegenstöße von Glauchau-Meerane fast vollständig und ließen in der Abwehr nur ganz wenig Räume offen. Im Angriff agierten unsere Mädels variabel und hatten sich den Sieg definitv verdient. Mit etwas mehr Erfahrung und Cleverness bei eigenem Ballbesitz in der Schlussminute hätten wir die heruntertickenden Sekunden den Gegnerinnen tonnenschwer auf die Schultern legen können. Mit einem Lucky Punch wäre dann der Auswärtssieg in greifbarer Nähe gewesen. Am Ende kam es anders und eine ganz lange Schlusssekunde spielte Schicksal.
Aufstellung (Tore):
Tor:
Kim Geßner
Spielerinnen:
Sina Auerswald (1), Clarissa Haferkorn, Susanne Heyne (3), Anne König (2), Anissa Lenk (1), Annika Möckel (1), Anne-Katrin Schmutzler (1), Lena Scholz, Rebecca Teubner (3), Sarina Teubner (5), Julia Windisch




